Lübeck-Travemünde ist ein Stadtteil der Hansestadt Lübeck in Schleswig-Holstein, der direkt an der Mündung der Trave in der Lübecker Bucht liegt. Zum Stadtteil im politischen Sinn gehören neben dem Stadtbezirk Alt-Travemünde/Rönnau, der im Sprachgebrauch häufig mit Travemünde gleichgesetzt wird, auch die Stadtbezirke Priwall, Brodten, Teutendorf und Ivendorf. Brodten, Teutendorf und Ivendorf sind kleine Dörfer, sie wurden 1935 eingemeindet.

 

Geografie

Lübeck-Travemünde liegt etwa 20 Kilometer entfernt vom Lübecker Zentrum. Der größte Teil des Stadtteils liegt westlich der Trave. Die an der Mündung in die Ostsee gelegene Halbinsel Priwall auf dem Ostufer gehört ebenfalls zu Travemünde.

Das Gebiet des Stadtteils ist 41,3 Quadratkilometer groß. 2004 lebten 13.902 Einwohner in Travemünde, also 337 Einwohner je Quadratkilometer. Die meisten Bewohner leben in den Stadtbezirken Alt-Travemünde/Rönnau. In den drei weiteren Dörfern, die zum Stadtteil gehören, leben nur jeweils zwischen 100 und 300 Einwohner. Im Gegensatz zur Statistik der Stadt Lübeck, die einen Bevölkerungsverlust aufwies, nahm die Einwohnerzahl Travemündes von 1993 bis 2003 deutlich zu.

 

Bedeutende Bauwerke

Alter Leuchtturm

1539 wurde der Leuchtturm von holländischen Maurern aus Ziegelsteinen erbaut. Er ist rund 31 Meter hoch und besteht aus acht Etagen, die jeweils im Durchmesser abnehmen. Er ist einer der ältesten Leuchttürme in Deutschland, und 142 Treppenstufen führen hinauf. Er dient als Museum für Leuchtfeuertechnik.

1827 wurde er von einem Blitz getroffen, wobei die Spitze völlig abbrannte. 1903 wurde das Leuchtfeuer auf elektrisches Licht umgestellt. Deutschlands dienstältester Leuchtturm stellte 1972 den Betrieb ein, weil die Sicht durch den Neubau eines Hochhauses verdeckt wurde. Das Leuchtfeuer befindet sich jetzt im obersten Stockwerk des Maritim-Hotels in 117 Meter Höhe.

Spielcasino

Das Gebäude wurde 1913/14 als „Städtischer Kursaal“ bzw. „Konversationshaus“ erbaut. Die Gestaltung der Außenanlagen wurde im Jahr 1915 von dem bekannten Lübecker Gartenarchitekten Harry Maasz vorgenommen. Das Casino Travemünde an der eleganten Kaiserallee im Jugendstil ist eines der traditionsreichsten in Deutschland. Im Jahr 1949 wurde das Spielcasino mit einer zunächst auf zehn Jahre befristeten Lizenz eröffnet.[3] Im Hause befindet sich jetzt auch ein Hotel.

Strandpromenade

Heute befindet sich hier die architektonisch wohl eindrucksvollste Strandpromenade an der deutschen Küste mit dem breiten Sandstrand der Ostsee. Sie wurde 1904 eingeweiht. Die besondere Atmosphäre ergibt sich durch die großzügigen Dimensionen und den Blick auf den Badebetrieb und den internationalen Fährverkehr. Der feinsandige Sandstrand ist 4,5 km lang, 1700 Strandkörbe sind verfügbar. Die Strandpromenade geht über in die urige Kulisse des Brodtener Steilufers.

Strandbahnhof

Der Endbahnhof der Bahnstrecke wurde 1911–1913 nach den Plänen des Architekten Fritz Klingholz im Jugendstil als Ersatz für einen hölzernen Vorgänger aus dem Jahre 1900 gebaut. 2006 wurde er aufwändig für fast 2,3 Millionen Euro restauriert. Als Besonderheit weist er einen Uhrenturm mit bis zum Strand hin sichtbarer Anzeige der nächsten Zugabfahrt auf.

Hafenbahnhof

Das jetzige Gebäude wurde 1913/14 ebenfalls nach den Plänen von Fritz Klingholz errichtet. Der Vorgänger war bereits mit der Eröffnung der Lübeck-Travemünder Eisenbahnstrecke im Jahre 1882 fertiggestellt worden. Auf Wunsch der Eisenbahngesellschaft baute die Stadt eine Verbindungsstraße zwischen Hafenbahnhof und den Schiffsanlegern an der Vorderreihe, die den Namen Rose erhielt. 1996 wurde das Bahnhofsgebäude verkauft und wird heute als Restaurant genutzt.

Maritim-Hochhaus

Das Maritim Hochhaus wurde in den 1970er Jahren errichtet. Mit 119 Metern Höhe ist es das höchste Gebäude Schleswig-Holsteins sowie der gesamten deutschen Ostseeküste. Das Hochhaus ist aufgeteilt in einen Hotelbereich und Privatwohnungen. Äußerlich ist das Erscheinungsbild im Wesentlichen noch bauzeitlich, innen und im Sockelbereich wurden mehrfach Umbauten vorgenommen. Nur in wenigen Privatwohnungen findet sich noch die ursprüngliche Einrichtung.

Touristische Attraktionen eines alten Seebades

Altstadt

Lübeck-Travemünde entwickelte sich ursprünglich aus einer Fischer- und Lotsensiedlung und ist seit 1802 eines der ältesten und traditionsreichsten deutschen Seebäder. Sein Tourismus ist über Jahrzehnte gewachsen mit entsprechender Infrastruktur und vielfältigen Sport- und Freizeitangeboten.

In der Altstadt von Travemünde rund um die St.-Lorenz-Kirche (1557, mit einer Orgel von Beckerath und am Ostpreußenkai hat sich der ursprüngliche Charakter erhalten. So kann man im Fischereihafen fangfrischen Fisch kaufen. Dieser Teil Alt-Travemündes vor dem Anleger der Priwallfähren, gegenüber der alten Lübecker Vogtei im Stil der Backsteinrenaissance, besitzt ein urbanes Ambiente. Die Alte Vogtei war Sitz der Lübecker Stadtherrn, Polizeirevier und wird heute gewerblich genutzt.[2]

Maritimes Flair

An der Travemündung beim Passathafen am Priwall mit seinen Hunderten von Segelyachten (nur während der Segelsaison) liegt die Viermastbark Passat als Museumsschiff und Wahrzeichen. Die Passat wurde 1911 als Getreide- und Salpetertransporter erbaut und 1959 von der Hansestadt Lübeck unter Denkmalschutz gestellt. Sie umsegelte neununddreißigmal Kap Hoorn und umrundete zweimal die Welt. Sie kann besichtigt werden, hat drei Veranstaltungsräume, 98 Kojen sowie ein Standesamt. Die Masten sind 56 Meter hoch. In der Vorweihnachts- und Weihnachtszeit ist sie mit einer Lichterkette über die Toppen geschmückt.

Die Passat zählte einst zu den legendären Flying-P-Linern der Hamburger Reederei Laeisz. Sie ist das Schwesterschiff des vor Manhattan liegenden Museumsschiffs Peking und verwandt mit der im Atlantik gesunkenen Pamir, an die das Wrack eines ihrer Rettungsboote in der St. Jakobikirche am Koberg in Lübeck erinnert. Zu den P-Linern gehört auch die Krusenstern, die früher Padua hieß, und Travemünde als aktives russisches Segelschulschiff im Rahmen der Baltic-Sail regelmäßig besucht.

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